Irans mörderische Minister
Vor lauter CIA-Flügen, Folterdebatten und Tookie Williams (man beachte die Fixiertheit auf Amerika) scheint eine mindestens so wichtige Meldung über iranische Regierungsmitglieder untergegangen zu sein. Wie Human Rights Watch berichtet, sollen der derzeitige Innenminister Pour-Mohammadi sowie der Informationsminister Mohseni Ezhei für die Exekutionen mehrerer tausend politischer Gefangener, Dissidenten und Intellektuellen verantwortlich sein. HRW wirft Pour-Mohammadi gar Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor.
Es kann nicht akzeptiert werden, dass Männer mit so einer Vergangenheit in der iranischen Regierung sitzen. Sie sollten ihrer Posten enthoben und genauestens auf diese schrecklichen Verbrechen hin untersucht werden.
Leider dürfte diese Forderung ungehört bleiben. Schliesslich werden dem iranischen Präsidenten Ahmadinajad ähnliche Vorwürfe gemacht. Er hat diese Minister ernannt und müsste sie auch absetzen. Wir haben damit zu rechnen, dass diese Regierung bald in der Lage sein wird, Nuklearwaffen zu produzieren. Eine beunruhigende Perspektive.

“vor lauter CIA-Flügen, Folterdebatten und Tookie Williams (man beachte die Fixiertheit auf Amerika) scheint eine mindestens so wichtige Meldung über iranische Regierungsmitglieder untergegangen zu sein.”
du hast recht,die meldung ist wirklich untergegangen,das ist schlecht.sollte man nicht über beide nachrichten berichten?ich denke ja!aber man kann doch die 2 länder nicht mit gleichen maßstäben messen.der iran schreibt sich die menschenrechte und den kampf gegen unmenschlichkeit nicht auf die fahnen.deshalb ist die meldung natürlich immer noch die berichterstattung wert (die schändlicherweise unterschlagen wurde).nur auf der einen seite lobst du (zurecht) die usa für ihre vorreiterrolle im kampf um die befreiung von totalitären und semitotalitären systemen, auf der anderen seite relativierst du,wenn die usa auf methoden zurückgreift,die totalitäre regime ebenso anwenden. die ist die todesstrafe letztendlich in ihrer konsequenz. sicherlich wird man mir entgegnen:tookie hat einen halbwegs fairen prozess bekommen,die opfer der iranischen regierungsmitglieder nicht.das ist teilweise auch richtig:trotzdem ist die todesstrafe -und ich wiederhole mich- in ihrer konsequenz eine methode,der sich ein sich demokratisch und freiheitsliebend nennender staat nicht bedienen darf-auch nicht in krisenzeiten!mich stört die relativierung in deinem satz,nicht die aussage!das ist unverantwortlich gegenüber den angehörigen der durch todesstrafe umgekommenen.auf der iranischen und der usamerikanischen seite.
meine in der ddr-sozialisierten verwandten tun gerne das gleiche,sie sagen:die ddr war unrecht weil man dort im land mehr oder weniger eingesperrt war.die westliche welt ist genauso unrecht,weil dort viele leute das geld nicht haben zu reisen und so genauso im land eingesperrt sind.
das war nur ein unsinniges beispiel,es zeigt aber das relativieren bei solchen wichtigen themen gern in die hose geht und im speziellen fall der todesstrafe auch geschmacklos ist.bleib doch das nächste mal beim thema:dem zweifellosen unrecht im iran.den kann man doch auch leichter beweisen!
viel spaß in davos
Comment von Ronny Petersen — 25.01.06 um 21:58
Ronny, das ist ein Missverständnis. Ich habe mich nirgends für die Todesstrafe ausgesprochen. Im Gegenteil, da bin ich absolut deiner Meinung. Bei der Debatte um Tookie Williams störte mich einzig und allein die übertriebene mediale Aufmerksamkeit. Warum kommt sie gerade diesem Todeskandidaten zu und nicht demjenigen vor- oder nach ihm? Diese Hinrichtungen wären genauso zu verurteilen, nur werden sie niemanden interessieren.
Ich würde die Fälle nicht vergleichen. Ob jemand wegen eines schweren Verbrechens oder wegen einer falschen Meinung hingerichtet wird, ist schon ein Unterschied.
Comment von Bastian — 08.02.06 um 00:23