Och, so ein bisschen Sozialismus…
Nachdem ich SPON im letzten Post gelobt habe, muss ich sogleich Gegensteuer geben. In einer kleinen Polemik wünscht sich ein Autor ein bisschen Sozialismus zurück. Es geht um den Streit um den Nachfolger des DVD-Formates.
[I]n einem Punkt hätte ich gern doch ein bisschen Sozialismus in der heutigen Zeit. Es geht um die unsäglichen Formatkriege, die sich Konzerne wie Sony, Philips, Apple oder Microsoft schon seit Jahren liefern.
Was für eine unsinnige Verschwendung von Ressourcen, Geld und Energie!
Wo liegt das Problem? Es ist derzeit unklar, ob sich als Nachfolger der DVD die Blu-ray Disc oder die HD-DVD durchsetzen wird. Wenn sich die Hersteller nicht auf einen Kompromiss einigen, wird der Markt den neuen Standard küren. Es liegt in der Macht der Konsumenten, ihren Favoriten zu wählen. Der Autor mag scheinbar keine individuellen Entscheidungen. Er wünscht sich einen Führer, der ihm die Wahl abnimmt und ihm per Gesetz vorschreibt, welches Format er zu bevorzugen habe.
Er beklagt die Verschwendung von Ressourcen. Weshalb? Ist es sein Geld und seine Energie, die verschwendet werden? Ob etwas Verschwendung ist oder nicht, lässt sich kaum objektiv feststellen. Es liegt in der Wahrnehmung der Eigentümer, ob sie eine Investition als Verschwendung ansehen oder nicht. Im vorliegenden Fall dürfte noch keine der beiden Hersteller-Parteien ihre Investition als unsinnig erachten. Eine staatliche Stelle, die entscheidet, ob eine Investition sinnvoll oder verschwenderisch ist, wäre das Ende jeglicher Marktwirtschaft.
Würde die DDR heute noch existieren, dann gäbe es in den HO-Fachgeschäften wohl nur zwei oder drei verschiedene Digitalkameras zu kaufen. Stattdessen stehen bei den Discountern zwischen Flensburg und Zittau so viele verschiedene Apparate im Regal, dass man schreiend davon laufen möchte.
Er beklagt nicht die Knappheit im Sozialismus, sondern fühlt sich von der Auswahl, die ihm die Marktwirtschaft ermöglicht, überfordert. Lieber eine staatliche Verordnung als Wahlfreiheit.
Es mag ein harmloses Beispiel sein, das der Journalist nicht ganz ernst meint. Doch es sind solche Überlegungen und Gefühle, die Leute in die Fänge von starken Führern treiben. Es ist die Angst vor der Freiheit.

Hallo zusammen,
dem von Dir geschriebenen kann, nein muß man schlichtweg zustimmen, sind es doch die Medien, welche ohne eine Aufrechterhaltung des Status Quo - der 1990er Sichtweise - nicht auskommen, und daher den Menschen kommunistische Elemente als erstrebenswert vorgaukeln. Sie wenigen Statistiken, die es zum Thema “Sozialismus / Ostwestdeklaration” usw. gibt, sprechen zwar eine klare Sprache, aber man möchte natürlich nicht, daß die Menschen in Sachsen einer ideologiefreie, individualistische Denk- und Lebensweise anheimfallen, man ( BILD, Spiegel, usw. ) ist daran interessiert, die alten Klischees beizubehalten, zu modernisieren, um weiter über die Themen früherer Zeiten in dem gleichen Tonfall berichten zu können. Die Menschen selbst werden dabei nicht berücksichtigt, ihre Stimme verhallt.
Comment von Robert — 13.03.06 um 15:09
Danke für deine Zustimmung, Robert. Sollte der Autor dies wirklich ernst meinen (was ich eigentlich immer noch nicht glauben kann), ist es in der Tat mehr als bedenklich. Zumal ich aus dem Text herauslese, dass er die DDR aus eigener Erfahrung kennt.
Comment von Bastian — 13.03.06 um 16:24