Freie Gedanken

Wochenend-Lektüre

von Bastian am 17.03.06

Das NOVO-Magazin hat die neuste Ausgabe freigeschaltet. Wie immer finden sich darin Stimmen der Vernunft, die der Öko-Ideologie und anderen irrationalen Ängsten Argumente entgegensetzen. Ein besonders erfrischender Kommentar zum Thema Kioto-Protokoll:

Trotz aller martialischer Rhetorik wird immer ersichtlicher, dass die Kiotoziele nicht erreicht werden, da deren Realisierung einfach zu teuer ist, insbesondere für ohnehin schwächelnde Ökonomien. Doch selbst wenn die Ziele erreicht würden, bliebe dies aus zweierlei Gründen ohne jede Konsequenz: Zum einen ist die vereinbarte Reduktion des Treibhausgasausstoßes viel zu gering, um das Klima in irgendeiner Weise zu beeinflussen – selbst dann, wenn die USA sich daran beteiligen würde. Zum anderen sind wirtschaftlich dynamische Staaten wie China nicht an das Kiotoabkommen gebunden. Innerhalb weniger Monate würden die wie Pilze aus dem Boden schießenden chinesischen Kohlekraftwerke die Reduktionen wieder auffressen.[…]

Das ökologische Denken lehrt uns, dass wir Menschen diesen Planeten heruntergewirtschaftet hätten. In Zeiten, in denen wirtschaftlicher und sozialer Fortschritt, wenn überhaupt, nur Schneckentempo erreicht und das Bremsen von Wachstum als verantwortungsvolles Handeln gilt, sind ökologische Argumentationskrücken eine willkommene Hilfe für eine abgewirtschaftete politische Klasse.

Auch in der internationalen Diplomatie sind ökologische Argumentationen ein gern verwandtes Instrument. Insbesondere die EU nutzt dieses Vokabular, um sich – wie in fast jedem anderen Themengebiet – als wohlmeinender Gegenpol zu den USA in Stellung zu bringen und gleichzeitig die eigenen Reihen fest zu schließen. Die eigentliche Ironie dieser Geschichte ist, dass im Vergleich zu den Staaten der EU die USA, was die Reduktion von Treibhausgasen anbelangt, sogar besser da steht, ohne das Kiotoprotokoll jemals unterschrieben zu haben.

Die moralisierende Position mag den politischen Führern Europas und Kanadas kurzfristig weiterhelfen, um sich selbst neu zu definieren und Einigkeit sowie eine Vision vorzugaukeln. Langfristig jedoch ist diese Haltung äußerst destruktiv, denn sie lenkt alle Aufmerksamkeit auf ein Scheinproblem, anstatt sich den wirklichen globalen Herausforderungen zu stellen.

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