Freie Gedanken

Politiker im Verbotswahn

von Bastian am 13.03.07

Gesprochen wird von früh bis spät auf allen Kanälen über Rauchen oder die Vernachlässigung der Kinder, nicht hingegen über die Folgen der zunehmenden Auflösung der Grenzen zwischen Staat und Gesellschaft. Die staatliche Regulierung des Individualverhaltens ist zurzeit zwar effektiv das politische Projekt des beginnenden 21. Jahrhunderts, aber man gewinnt mitunter den Eindruck, dass das keiner bemerkt.

Selbstverständlich hat der Staat die individuelle Freiheit schon immer Beschränkungen unterworfen, aber seit dem Ende des Feudalismus in Europa niemals durch diese Art forschen und hemmungslosen Zugriffs auf persönliche Lebenssphären.

Weiterlesen kann man beim NOVO-Magazin: Wo ist die Freiheit geblieben?

Übersetzungsfehler

von Bastian am 11.02.07

Wie kam es dazu, dass diese Wort (liberal, Anm. der Red.) in den Vereinigten Staaten eine so radikal andere Bedeutung annahm? Während des Ersten Weltkriegs begannen einige der führenden progressiven Schrifsteller das Wort liberalism als Synonym für progressivism (”Fortschrittlichkeit”) zu benutzen, da dieser Begriff durch ihren gefallenen Helden Theodore Roosevelt kompromittiert war, der für die Partei der Progressisten in den Wahlkampf gezogen war und verloren hatte. Traditionelle amerikanische Liberale waren nicht glücklich darüber, dass ihr Name auf diese Weise besetzt wurde. In den 20er Jahren kritisierte die New York Times die “Enteignung des altehrwürdigen Begriffs ‘liberal’” und verlangte, dass die “radikal rote Denkschule (…) das Wort ‘liberal’ seinen ursprünglichen Eigentümer zurückgeben möge”. Zu Beginn der 30er Jahre trugen Herbert Hoover und Franklin D. Roosevelt einen Streit darüber aus, wer von ihnen der wahre Liberale sei. Roosevelt entschied diesen Streit für sich und benutzte das Wort, um Anschuldigungen zu begegnen, er sei links. Er konnte erklären, dass Liberalismus “gutes Englisch für die veränderte Pflicht und Verantwortung des Staates gegenüber dem Wirtschaftsleben” sei. Seit dem New Deal Roosevelts wird Liberalismus in den USA als Ausweitung der Rolle des Staates in der Wirtschaft verstanden.

Aus Yergin D. & Stanislaw J., Staat oder Markt: Die Schlüsselfrage unseres Jahrhunderts.

Unheilbarer Neoliberalismus

von Bastian am 05.12.06

Anlässlich des Welt-Aids-Tages erinnerte die Welt auch an das Virus des Neoliberalismus, das noch immer unheilbar ist:

Die Parallelen zwischen Aids und Neoliberalismus sind frappierend: Beide breiteten sich seit Anfang der 80er Jahre von der amerikanischen Westküste her kommend in der ganzen Welt aus. Beide befielen zuerst vor allem Homosexuelle und Drogenabhängige. Beide entstanden bei Biowaffenversuchen des US-Militärs, als Viren, die Millionen Jahre lang nur bei Tieren auftraten, plötzlich Menschen befielen. Aids kommt von Affen, Neoliberalismus von Heuschrecken. Und während Aids-Aktivisten rote Schleifen tragen, um ihre Solidarität mit den Opfern zu zeigen, schwenken Kämpfer gegen Neoliberalismus rote Fahnen.

Sehr tragisch. Auch dagegen muss gekämpft werden.

Reaktionen auf Friedmans Tod

von Bastian am 20.11.06

Die dümmste Reaktion:

Jean Ziegler Intelligenzbestie
(Tages-Anzeiger vom Samstag, 18.11.2006)

Die beste Reaktion:
Freiheit als unteilbares Ganzes - Eine Würdigung von Friedmans Lebenswerk in der NZZ-Samstagsausgabe. Ich werde Milton Friedman vermissen. Er war bis zu seinem Tode ein brillianter Verfechter des Liberalismus.

“Cheerleader der Globalisierung”

von Bastian am 11.09.06

Dank der Globalisierung haben während der vergangenen zwanzig Jahre in China und Indien mehr Menschen die Armut überwunden als jemals zuvor in der Geschichte der Welt. Sollte ich dagegen sein?

Sagt Thomas Friedman in diesem unterhaltsamen Interview. Spätestens jetzt weiss ich, dass ich so bald wie möglich sein Buch “The World Is flat” verschlingen muss.

via Kosmoblog

Nachtrag:
Roger Köppel zum aktuellen Spiegel. Lesenswert.

Links oder rechts?

von Bastian am 17.08.06

Mein Zitat des Tages:

It’s an old joke—among libertarians, anyway, a famously funny group (just read the novels of Ayn Rand sometime)—that conservatives want to be your father and liberals want to be your mother. Despite superficial differences, both groups want to be your parent and treat you as a child who must be shielded from your own worst impulses. This isn’t to say that specific policies and individual politicians don’t matter, but it is to suggest that in the aggregate, liberals and conservatives are less like Cain and Abel and more like Chang and Eng.[…]

[T]he best way to understand contemporary politics is not through a right-wing/left-wing, conservative/liberal, Republican/Democrat frame but in terms of choice and control: does a particular policy or politician increase or decrease our freedom?

Nick Gillenspie, Chefredakteur von Reason (Hervorhebungen durch mich).

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