Freie Gedanken

Staatlich verordnete Blogpause

von Bastian am 13.01.06

Vor ungefähr einem Monat wagte ich meine ersten Schritte in der grossen Blog-Welt. 25 Beiträge und 1000 Besucher später fällt meine Bilanz durchwegs positiv aus. Ein Danke geht an alle Kommentatoren und an alle Blogs, die einen Link hierher gesetzt haben.

Mich zieht es nun für drei Wochen in die Berge, wo ich die Reichen und Mächtigen dieser Welt beschützen soll. Jedenfalls wird es mir vom Staat so befohlen. Ich werde frühestens am 6. Februar wieder in der Lage sein, einen freien Gedanken zu fassen. Bis dahin gilt für mich stupider Gehorsam.

Während ich in Davos friere, empfehle ich Zivilisten das WEF-Blog. Für die tägliche Zusammenstellung deutscher liberaler/libertärer/neokonservativer Blogs sei Ihnen ein Besuch beim Blogaggregat wärmstens ans Herz gelegt.

I’ll be back.

Weise Worte eines reichen Mannes

von Bastian am 06.01.06

Beim Entsorgen älterer (ungelesener ;) ) Zeitschriften fiel mir in der Oktober-Ausgabe des Fortune Magazine ein Gespräch zwischen Bill Gates und Warren Buffet, dem reichsten und dem zweitreichsten Mann der Welt, auf. (Online leider nicht verfügbar). Dabei geht es auch um China und damit zusammehängende Globalisierungsängste in den Industrienationen. Folgendes Statement von Gates fand ich besonders bemerkenswert, so dass ich es hier erwähnen möchte:

It’s too bad that economics isn’t taught or a hobby for lots of people, because you do run into those who seem to say, “There’s only a certain number of jobs.” That’s not the case. Let’s say tomorrow we could decide that everyone in India is as rich as we are. Would the world be a better place? Certainly. Would the U.S. thrive more because of the great products and work that would be done over there? Absolutely. The world getting richer is a great thing. It has been a great thing. It will continue to be.

(Bill Gates, Fortune, October 31. 2005)

Es ist wahr, dass Ablehnung der Globalisierung oft mit ökonomischem Unwissen einhergeht. Auch deshalb, weil in unseren staatlichen Schulen kein Wert auf dieses Wissen gelegt wird. Es ist ohne Probleme möglich, die Mittelschule zu absolvieren, ohne sich jemals mit ökonomischen Zusammenhängen beschäftigt zu haben. (Ich spreche aus Erfahrung.) Dies in einer (halb-)direkten Demokratie, in der häufig an der Urne über wirtschaftspolitische Vorlagen abgestimmt wird. Kein Wunder, dass diesen Teil der Ausbildung dann Organisationen wie “attac” oder die “Erklärung von Bern” übernehmen und ihre protektionistische Propaganda verbreiten.

Ein guter Anfang, wenn man sich damit beschäftigen möchte, wäre sicherlich das Buch “Economics in one Lesson” (Download als PDF, englisch), das mit vielen alten ökonomischen Irrtümern aufräumt. Es gäbe kein anderes modernes Buch, von dem der intelligente Laie so viel grundsätzliche Wahrheiten der Ökonomie in so kurzer Zeit lernen könne, meinte F.A. von Hayek dazu.

Astrologen und andere Scharlatane

von Bastian am 03.01.06

Zum Jahresanfang haben sie Hochkonjunktur, all die Wahrsager, Astrologen und sonstigen Scharlatane. Sie sind sich nicht zu schade jedes Jahr Dinge prophezeien, die dann nicht eintreffen. Man sollte diese Vorhersagen jeweils sammeln und am Ende des Jahres wieder anschauen. Der Sektenexperte Hugo Stamm hat dies letztes Jahr getan und die Resultate heute im Tages-Anzeiger publiziert. Das Ergebnis fällt erwartungsgemäss vernichtend aus für die Astrologenzunft.

Auch für 2006 gibt es wieder haarsträubende Prophezeiungen. Gemäss Michael Drosnin, dem “Entdecker” des sogenannten Bibel-Codes, soll es in diesem Jahr zu einem “atomaren Holocaust” kommen. Seine Behauptungen gelten zwar schon seit Jahren als unglaubwürdig, doch manchmal ist die Realität einfach nicht so spannend. Ende Jahr wissen wir mehr. Meine Prophezeiung: Die Zeit widerlegt sie alle.

Es geht auch ohne

von Bastian am 24.12.05

Neuseeland hat vor 20 Jahren alle Landwirtschaftssubventionen gestrichen. Zuerst sanken die Einkommen der Bauern um bis zu 40%, doch heute geht es dem Landwirtschaftssektor so gut wie noch nie. Selbst die Bauern sind nun dankbar dafür :

[The] evidence is there, its farmers say: Since the government’s momentous decision to abolish all 30 agricultural subsidies, their productivity has grown, farming’s share of gross domestic product has risen as has the rural population, and family farms have survived and are thriving.

Pedersen, now 48, believes the government was acting “from a social conscience rather than from an economic plan,” and indeed, there are indications the authorities themselves weren’t sure cold turkey would save agriculture. Pedersen remembers Finance Minister Roger Douglas telling a farmers’ meeting as late as 1989 that theirs was “a sunset industry. Agriculture will never again be the major contributor to this economy.”

Instead, farming today is 16.6 percent of total gross domestic product, up from 14.2 percent in the late 1980s, and in the year to April 2005 it racked up exports worth $12.7 billion, more than half of all New Zealand exports.

His message to subsidy-rich farmers in the Northern Hemisphere if they lose their supports: “Agriculture will become a net contributor to their economies, farming will become more vibrant and farmers will be doing a real job again. Now, they’re peasants.

(via Club For Growth)

Auch ein Weg für die Schweizer Bauern? Natürlich ist es leichter, den Teufel an die Wand zu malen und seine Privilegien zu verteidigen, als sich dem Wettbewerb zu stellen. Doch das geht nicht nur zu Lasten der Konsumenten und der Steuerzahler, sondern auch zu Lasten der Bauern, die gerade noch als bessere Landschaftsgärtner gelten.

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